Dienstag, 10. Mai 2011

Ach wie schön ist doch die Welt!


Jetzt ist schon mehr als 1 Monat vergangen seit dem letzten Blogeintrag und es ist so viel passiert, dass ich schon Schwierigkeiten habe mich an alles zu erinnern. Wie im letzten Blogeintrag angekündigt hatte ich geplant in einem neuen Haus von Amanecer zu arbeiten. Aus diesem Vorhaben ist leider bis jetzt nichts geworden, weil die Organisation dieses Hauses im Bezug auf meine geplanten Computerkurse leider extrem Langsam von statten ging bzw. bis jetzt noch gar nicht Stattgefunden hat. Nachdem ich insgesamt 4-mal (pro Woche 1 mal) dorthin gefahren bin, mit der Einstellung meinen Kurs anzufangen und mir jedesmal gesagt wurde es gäbe noch keine Kinder bzw. Jugendlichen die ich unterrichten könne, habe ich mehr oder weniger aufgegeben. Das liegt nicht daran das ich mich nicht bemüht hätte oder versucht hätte ihnen einen Tritt in den Hintern zu geben, sondern an  der hier sehr verbreiteten Süd-Amerikanischen Gleichgültigkeit und Gelassenheit. Ich arbeite also immer noch in meinem „alten“ Haus, jetzt aber nur noch Halbtags, da ich angefangen habe morgens Spanisch-Stunden zu nehmen.  Ich habe zwar nur 2 mal in der Woche Unterricht, nutze aber die anderen Tage um Hausaufgaben zu machen und Spanisch zu lernen, da ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es Sinnvoller ist, wenn ich mein Spanisch noch schneller Lerne, weil ich dann bei der Arbeit noch mehr Helfen kann und das gute Beherrschen der Sprache sowieso das Leben leichter und  spannender macht.
Nun zu meinen Wochenendaktivitäten:  Nachdem mich Kevin in Cochabamba besucht hat, habe ich ihn am Wochenende drauf in La Paz besucht. In La Paz ist es im Vergleich zu Cochabamba echt kalt, vor allem in der Nacht! Das mag vielleicht daran liegen das La Paz mehr als 1000m höher liegt als Cochabamba. Jedoch konnte ich La Paz dieses Mal von einer anderen Seite kennenlernen, da Kevin sich schon relativ gut auskannte und mir so die guten und anderen Seiten von La Paz zeigen konnte. Das Nachtleben in La Paz ist ein anderes als in Cochabamba und die Menschen haben auch eine andere Mentalität und Ausstrahlung, genau beschreiben kann ich diesen Unterschied jedoch nicht. Wir waren gut Pizza essen in einer Italienischen Pizzeria (davon gibt es nicht viele in Bolivien), haben einen Aussichtspunkt besucht, von welchem man zwar nicht über die ganze Stadt blicken konnte, aber über die Innenstadt. Von dort aus konnte man sehr gut sehen, wie verrückt und ungewöhnlich diese Stadt gelegen und gebaut ist. 











Zwischen den Häuserreihen strecken sich Felsklippen in die Höhe und die Stadt erstreckt sich vom Tal aus bis weit nach Oben auf die Berge, auch noch an sehr steilen Hängen befinden sich Häuser. Aus diesem Grund ist es auch kein Wunder das es hier öfter Erdrutsche gibt. Insgesamt hatte ich eine lustige und schöne Zeit in La Paz welche sich dann ausversehen noch um einen Tag verlängerte. Mein ursprünglicher Plan war es eigentlich gewesen, Sonntagnacht wieder zurück nach Cochabamba zu fahren. Als ich jedoch abends um 11 Am Terminal ankam, stellte ich fest, dass das Bus-Terminal um diese Zeit schon geschlossen war, so musste ich gezwungenermaßen einen Bus am Montag nehmen. Einen Vorteil hatte diese Sache jedoch, ich konnte am Montag noch zur deutschen Botschaft gehen und meinen Ausweis abholen, in welchem sich inzwischen das Visum für 1 Jahr befand. So kam ich Montagabend wieder in Cochabamba an und die Arbeitswoche nahm ihren Lauf. 




Am Samstag spielte ich im Fußballteam meines Hauses von Amanecer mit. Es gab nämlich ein Turnier, das zwischen den Häusern von Amanecer ausgetragen wurde, dies hatte vor einem halben Jahr angefangen und an diesem Samstag absolvierte unser Team 2 weitere Spiele (wir  verloren leider beide) sind aber am Ende trotzdem Platz 5 von ca. 15 Teams geworden. Nach diesem Turnier bin ich mit dem Bus zu einem Ferienhaus eines Freundes gefahren (ca. 40 km außerhalb von Cochabamba) um Dort zu entspannen und das Wochenende mit verschiedenen anderen Menschen (die ich bis dahin noch nicht alle kannte) zu genießen. So nahm auch dieses Wochenende seinen Lauf.  Am Mittwoch bin ich mit meinen 2 Holländischen Arbeitskollegen und inzwischen auch Kumpels Volley-spielen gegangen. Volley ist ähnlich wie Volleyball, jedoch in einem relativ hohen jedoch nicht all zu großen Raum, in welchem das Volley-Netz von Wand zu Wand geht. Das besondere an Volley ist, das es erlaubt ist über Bande zu spielen, jedoch nicht an die Decke, dies macht das Spiel noch schneller und unberechenbarer. Wir spielten mit einer relativ großen Gruppe, bestehend aus anderen holländischen Freiwilligen und Bolivianern. Seitdem gehe ich jeden Mittwoch zum Volley-spielen.  Am Wochenende (das Osterwochenende) bin ich mit meiner Gastmutter, ihrem Bruder und der Frau von ihrem Bruder etwas außerhalb und oberhalb der Stadt auf einen Campingplatz gefahren. Der Bruder von meiner Gastmutter (Braulio) und Ich sind mit dem Fahrrad dorthin gefahren (die Strecke war nicht ohne, da es für 1 ½ Stunden fast ausschließlich auf sehr schlechten „Geröllwegen“ bergauf ging. Es war aber eine Schöne Tour und um ehrlich zu sein, das erste mal für mich seit mehr als einem halben Jahr mal wieder auf dem Fahrrad. Es war eine sehr schöne Gegend in der wir Campten und es überraschte mich, dass es schon so nahe an Cochabamba so ländlich und idyllisch war, da es ansonsten in alle Richtungen in die ich bisher gefahren bin mindestens 20 km sind, bis man etwas Natur zu sehen bekommt. Der Grund ist, dass alle angrenzenden Dörfer bzw. Kleinstädte inzwischen mit Cochabamba zusammen gewachsen sind. Unser „Campingurlaub“ für insgesamt eine Nacht bestand aus Grillen und Essen und am nächsten Tag durch ein Flussbett wandern. 



















An Beschäftigung fehlte es uns nicht, da der Hauseigene Hund mit dabei war und ganz seiner so hyperaktiven Art gemäß „Dauer-Radau“  machte. Die Wanderung durch das Flussbett war schön aber auch sehr anstrengend, da es keinen wirklichen Wanderweg gab und es ständig bergauf ging (außer natürlich beim Rückweg :-D).  Um wenigstens dem Osterfest noch ein bisschen Gerecht zu werden haben wir (die Freiwilligen aus Cochabamba) uns am Ostersonntag getroffen und noch Ostereier versteckt um sie danach zu suchen.
Das Wochenende drauf sind wir dann nach Chapare gefahren. Chapare ist das von Cochabamba nächstgelegene Urwaldgebiet und schon ein Teil des Amazonasgebiets. Einer meiner Bolivianischen Freunde hat dort ein Haus (bzw. seine Eltern). Da dieses meistens leer steht konnten wir dieses Wochenende ungestört dort verbringen. Der einzige Nachteil an der ganzen Sache war, dass es genau zu der Zeit wo wir in Chapare waren geregnet hat und es verhältnismäßig Kalt war. Normalerweise ist es hier immer extrem heiß und Schwül!! Aus diesem Grund konnten wir den zum Haus gehörenden Pool nicht in vollen Zügen genießen, und auch das aufhalten außerhalb des Hauses war unangenehm, da es gerade so kalt war, das man ihn kurzen Kleidern fror (keiner von uns hatte lange Kleider dabei, weil wir von heißem Wetter ausgegangen waren). Trotzdem war es ein entspanntes Wochenende welches vom nichts tun geprägt war (was nicht automatisch heißt das es langweilig war) Zunächst waren wir nur zu viert, am 2. Tag kamen dann noch 7 andere Freunde von Guillermo (dem Bolivianer dem das Haus gehörte).  Wir haben zwar nicht (wie sonst üblich und für diese Gegend empfohlen) die Nationalparks besucht, jedoch den hervorragenden Fisch dieser Gegend haben wir uns nicht entgehen lassen und sind gleich 2 Mal edel, und für bolivianische Verhältnisse teuer, essen gegangen. Am Montag als wir dann zurückfahren wollten, stellten wir fest, das es gar nicht so leicht war an einem Feiertag ein Trufi oder einen Bus Richtung Cochabamba zu finden. So mussten wir schlussendlich ein Taxi nehmen, welches wesentlich teurer als die Trufis war. Die Fahrt war auch nicht gerade angenehm, da es sehr neblig war und der Taxifahrer mit teilweise 120 km/h die Serpentinen hochfuhr und bei den schätzungsweise 50m Sicht sehr riskante Überholmanöver in unübersichtlichen kurven machte.  Wir haben es aber dann doch heile nach Cochabamba geschafft und waren zum einen froh, das hier die Sonne schien und es relativ warm war, aber auch etwas enttäuscht, das wir das ganze Wochenende im Regen verbracht hatten wo wir uns zuvor noch Sonne und Hitze ausgemalt hatten (was ja wie gesagt auch fast immer der Fall ist).
Seit der darauffolgenden Woche arbeite ich wieder als einziger Freiwilliger in meinem Haus, was ich sehr bedauere, da es zu mehreren doch lustiger und einfacher war. 
Letztes Wochenende habe ich dann mal wieder in Cochabamba verbracht. Am Samstag war ich auf dem Geburtstag von einer der deutschen die auch in Chapare war. Bei dieser Gelegenheit habe ich die größte Pizza meines Lebens gesehen, die Sie für ihren Geburtstag bestellt hatte (ca. 1,50m Durchmesser!!!).
Um eine kurze Bilanz zu ziehen, mir geht es inzwischen echt gut, da die immer besser werdenden Spanisch-Kenntnisse (die Spanisch-Stunden zeigen schon erste Erfolge) und der sich langsam ausbauende Freundeskreis das Leben hier noch interessanter machen. Auch die zunehmenden Kenntnisse der Stadt mit allen seinen Tücken, guten Seiten und  Trufi-bzw. Busverbindungen, welche man kennen sollte um zurecht zu finden ermöglichen ein entspannteres Leben.

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